Aufbau von Kieferknochen

Zum Erhalt eines Knochens muss dieser auch regelmäßig belastet werden. Geht z.B. durch Zahnverlust die natürliche Belastung des Kieferknochens an einem Ort zurück, bildet sich dort auch der Kieferknochen zurück. Genau so kann auch eine chronische Entzündung von Zahnfleisch und Kieferknochen (Parodontitis) zum Verlust von Knochensubstanz führen.

Röntgenbild mit

Röntgenbild eines Jugendlichen mit voll bezahntem Ober- und Unterkiefer. Die Kieferknochen werden ständig belastet
und
sind stark ausgebildet.

Röntgenbild eines älteren Menschen mit wenigen verbliebenen Zähnen. In zahnlosen Bereichen haben sich der Ober- und Unterkiefer
deutlich zurückgebildet.

In manchen Fällen kann so wenig Knochen an Ort und Stelle vorhanden sein, dass die Einbringung und das stabile Einheilen von Implantaten auch bei sorgfältigster Planung unmöglich sind. Um die für Implantate notwendige Knochendicke und -breite zu erzielen, stehen dann je nach Ausmaß und Lokalisation des verminderten Kieferknochens verschiedene Verfahren zur Verfügung.

Wenn nur wenig Knochen fehlt, ist ein Knochenaufbau durch Verpflanzung von eigenem Knochen häufig nicht notwendig. In diesem Fall wird ein Ersatzmaterial verwendet.

Liegt ein stärkerer Knochenabbau vor, kann zunächst körpereigener Knochen vom Unterkieferwinkel oder Kinn durch einen kleinen Zugang in der Mundhöhle entnommen und an der benötigten Stelle befestigt werden.
Im Oberkiefer wird der Knochen häufig dadurch verdickt, dass die direkt darüber liegenden Anteile der Kieferhöhle mit körpereigenem Knochen und/oder einem Knochenersatzmaterial aufgefüllt werden (Sinus Lift).
Bei einem zu dünnen Knochen kann das fehlende Gewebe heute auch durch Dehnung gewonnen werden. Möglich macht dies ein sogenannter Distraktor. In einem kleinen Eingriff in den Knochen eingesetzt, dehnt er den Knochen allmählich und schmerzfrei auf. Dabei bildet sich auf natürliche Weise neue Knochensubstanz und somit ein stabiles Implantatbett.
Wenn am Ort der Implantation der Knochen hochgradig abgebaut ist, ist die Entnahme eines Knochenspans ausreichender Größe vom Beckenkamm sinnvoll. Der dort entnommene Knochen verheilt in wenigen Wochen belastungsstabil mit dem Kieferknochen. Dies ermöglicht die Verdickung größerer Kieferabschnitte in einer Sitzung.

Ob eine Knochenauffüllung notwendig ist, welches Material verwendet wird und ob das Einbringen vom Implantaten in derselben Behandlung oder erst einige Zeit später erfolgt, wird für jeden Patienten individuell geklärt.

Für die meisten Eingriffe ist eine örtliche Betäubung ausreichend. Bei ängstlichen Patienten oder ausgedehnteren Eingriffen (z.B. Einbringen mehrerer Implantate in Ober- und Unterkiefer mit gleichzeitigem Knochenaufbau) kann der Eingriff auch unter Dämmerschlaf (Sedierung/Analgosedierung) oder Vollnarkose (Allgemeinanästhesie) in unserer Praxis erfolgen. Sprechen Sie uns auf diese Möglichkeit gerne an.

Im Fall einer Knochenentnahme vom Beckenkamm führen wir die Behandlung in unserer Belegklinik durch.

Empfehlungen für eine problemlose Wundheilung entnehmen Sie bitte dem für Sie erstellten Merkblatt.

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praxis für
mund-, kiefer- und
gesichtschirurgie
plastische operationen

dr. dr. daniel trübger
prof. dr. dr. dirk hermes

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